NEUROLOGIE MIT HERZ
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Viele Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) leiden unter einem vermehrten Speichelfluss, weil das Schlucken schwerer wird und der Speichel nicht mehr regelmäßig geschluckt werden kann. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu Hustenanfällen, Verschlucken oder Hautreizungen führen. Zum Glück gibt es verschiedene Medikamente, die gezielt helfen können, die Speichelproduktion zu verringern.

Amitriptylin ist ursprünglich ein Antidepressivum, wird bei ALS aber oft eingesetzt, weil es die Schleimhäute austrocknet und so den Speichelfluss reduziert. Zusätzlich verbessert es den Schlaf und kann depressive Verstimmungen lindern – was es besonders sinnvoll macht, wenn mehrere Beschwerden gleichzeitig bestehen. Allerdings macht es oft müde und kann Verstopfung verursachen.

Glycopyrronium ist häufig die erste Wahl, da es gezielt auf die Speicheldrüsen wirkt und kaum ins Gehirn gelangt. Dadurch verursacht es weniger Müdigkeit oder Verwirrtheit als andere Medikamente. Es wird in Tropfenform eingenommen und ist gut steuerbar, muss aber mehrmals täglich angewendet werden.

Scopolamin wird in Form eines Pflasters hinter dem Ohr angewendet, das den Wirkstoff über drei Tage gleichmäßig abgibt. Das ist besonders praktisch für Patienten, die Probleme beim Schlucken haben oder viele Tabletten einnehmen müssen. Allerdings gelangt Scopolamin ins zentrale Nervensystem, weshalb Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit oder Verwirrtheit häufiger auftreten können.

Alle drei Medikamente können die Lebensqualität spürbar verbessern, indem sie den belastenden Speichelfluss verringern. Welches Mittel am besten geeignet ist, hängt von den Begleitsymptomen, der Verträglichkeit und den individuellen Bedürfnissen ab. Oft müssen verschiedene Medikamente ausprobiert werden, bis die richtige Therapie gefunden ist. In schweren Fällen können zusätzlich Botulinumtoxin-Injektionen in die Speicheldrüsen oder eine Bestrahlung der Drüsen erwogen werden.