NEUROLOGIE MIT HERZ
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Wirkstoff / Wirkstoffgruppe: Entacapon / COMT-Hemmer

Wofür eingesetzt (Indikation): Entacapon gehört zur Gruppe der COMT-Hemmer und wird in der Parkinsontherapie eingesetzt, um die Wirkung von Levodopa zu verlängern. Es blockiert das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT), das Levodopa normalerweise im Körper abbaut. Dadurch steht mehr Levodopa zur Verfügung, es gelangt in größerer Menge ins Gehirn und wirkt dort länger. Auf diese Weise lassen sich Wirkungsschwankungen, die im Krankheitsverlauf auftreten („On-Off-Phänomene“), besser ausgleichen.

Einnahme und Dosierung: Entacapon wird immer zusammen mit Levodopa eingenommen – alleine wirkt es nicht. Die Standarddosis beträgt 200 mg Entacapon zu jeder Levodopa/Decarboxylasehemmer-Einnahme. Die Einnahme erfolgt oral als Tablette, meist mehrmals täglich (3–7× pro Tag), abhängig vom individuellen Einnahmeschema von Levodopa. Wichtig ist, dass die Tablette gleichzeitig mit der Levodopa-Dosis eingenommen wird, da nur so die Wirkung verlängert wird. 

Besonderheiten: Ein typisches Merkmal unter Entacapon ist eine harmlos rötlich-braune Verfärbung des Urins. Manche Patienten empfinden es als ungewohnt, medizinisch ist es jedoch unbedenklich. Da Entacapon nur wirkt, wenn gleichzeitig Levodopa eingenommen wird, eignet es sich besonders bei Patienten, die unter verkürzter Wirkdauer von Levodopa leiden.

Wichtige Wechselwirkungen: Da Entacapon die Wirkung von Levodopa verstärkt, muss oft die Levodopa-Dosis etwas reduziert werden, um Überbewegungen zu vermeiden. Weitere relevante Wechselwirkungen sind selten, dennoch sollte die gleichzeitige Einnahme mit bestimmten Antidepressiva oder Adrenalin/Noradrenalin-Präparaten nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Kontraindikationen: Entacapon darf nicht eingesetzt werden bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen oder akuten Psychosen. Auch bei einer seltenen schweren Muskelerkrankung (Rhabdomyolyse in der Vorgeschichte) ist besondere Vorsicht geboten.

Häufige Nebenwirkungen: Häufig treten Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwindel auf. Durch die verlängerte Wirkung von Levodopa können auch Überbewegungen (Dyskinesien) verstärkt auftreten. Manche Patienten berichten über Müdigkeit oder Blutdruckabfälle.

Warnzeichen: Patienten sollten unbedingt ärztlichen Rat einholen, wenn sie unter anhaltendem, starkem Durchfall leiden, eine deutliche Zunahme unkontrollierbarer Überbewegungen bemerken oder unter ungewöhnlich starkem Schwindel und Stürzen leiden.

ZusammenfassungEntacapon ist ein ergänzendes Medikament in der Parkinsontherapie, das die Wirkung von Levodopa verlängert und dadurch Schwankungen in der Beweglichkeit reduziert. Es wird zu jeder Levodopa-Dosis eingenommen und kann helfen, „On-Off“-Phänomene zu verringern. Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall und Überbewegungen, die durch eine Anpassung der Levodopa-Dosis gemildert werden können. Insgesamt trägt Entacapon dazu bei, die Stabilität der Therapie im fortgeschrittenen Parkinsonstadium zu verbessern.



Die Inhalte (Stand 09/2025) dienen der allgemeinen Information, erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Nehmen Sie Medikamente nur nach Verordnung ein und setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Bei akuten Beschwerden oder Warnzeichen wenden Sie sich bitte umgehend an ärztliche Hilfe.