Wirkstoff / Wirkstoffgruppe: Levodopa/Benserazid
Wofür eingesetzt (Indikation): Levodopa/Benserazid (Handelsname z. B. Madopar®) ist ein Standardpräparat in der Behandlung der Parkinson-Erkrankung. Es kombiniert die Vorstufe des Dopamins (Levodopa) mit dem Decarboxylasehemmer Benserazid. Ohne Benserazid würde ein Großteil des Levodopa schon im Körper abgebaut werden, bevor es das Gehirn erreicht. Durch die Kombination gelangt mehr Wirkstoff ins Gehirn, die Wirksamkeit steigt, und Nebenwirkungen wie Übelkeit und Kreislaufprobleme werden vermindert.
Einnahme und Dosierung: Levodopa/Benserazid ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als normale Tabletten, Retardkapseln (mit verzögerter Wirkstofffreisetzung) und als Schmelztabletten für Patienten mit Schluckstörungen.
- Der Einstieg erfolgt mit einer niedrigen Dosis, z. B. 62,5 mg (50 mg Levodopa + 12,5 mg Benserazid) ein- bis zweimal täglich, die langsam gesteigert wird. Die Erhaltungsdosis liegt meist zwischen 300 und 800 mg Levodopa pro Tag, aufgeteilt auf 3–6 Einnahmen. Retardkapseln wirken länger und gleichmäßiger, sind aber nicht für den akuten Wirkeintritt geeignet. Schmelztabletten lösen sich schnell im Mund auf und wirken zügiger – hilfreich bei plötzlichem „Off“.
Die Einnahme sollte möglichst immer zur gleichen Tageszeit erfolgen. Da eiweißreiche Mahlzeiten die Aufnahme im Darm behindern, ist es oft günstiger, das Medikament zwischen den Mahlzeiten einzunehmen.
Besonderheiten: Levodopa/Benserazid gilt als Goldstandard der Parkinsontherapie, weil es zuverlässig wirkt und die Symptome deutlich verbessert. Dank der verschiedenen Darreichungsformen kann die Therapie individuell angepasst werden. Retardkapseln sind besonders geeignet für nächtliche Beschwerden oder wenn eine längere Wirkungsdauer gewünscht ist. Schmelztabletten erleichtern die Einnahme bei Schluckproblemen. Ein plötzliches Absetzen ist gefährlich und darf nicht erfolgen.
Wichtige Wechselwirkungen: Die Wirkung kann durch andere Medikamente beeinflusst werden: Abschwächung durch bestimmte Neuroleptika, Reserpin oder Metoclopramid. Verstärkung durch Blutdrucksenker. Eiweißreiche Nahrung vermindert die Aufnahme im Darm.
Kontraindikationen: Nicht angewendet werden darf Levodopa/Benserazid bei Engwinkelglaukom, schweren
Häufige Nebenwirkungen: Typische Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel und Blutdruckabfall, besonders zu Beginn. Bei längerer Einnahme können Wirkungsschwankungen („On-Off-Phänomene“) und Überbewegungen (Dyskinesien) auftreten. Bei älteren Patienten sind auch Halluzinationen oder Verwirrtheit möglich.
Warnzeichen: Patienten sollten sofort ihren Arzt informieren, wenn sie starke Überbewegungen entwickeln, unter Halluzinationen oder Verwirrtheit leiden, oder das Gefühl haben, dass die Wirkung plötzlich nachlässt oder stark schwankt.
Zusammenfassung: Levodopa/Benserazid (Madopar®) ist eines der wichtigsten Medikamente gegen Parkinson. Es wirkt zuverlässig, ist gut verträglich und in verschiedenen Formen (Tabletten, Retard, Schmelztabletten) verfügbar. Dadurch kann die Behandlung flexibel an die Bedürfnisse der Patienten angepasst werden. Wie bei allen Levodopa-Präparaten können jedoch mit der Zeit Wirkungsschwankungen und Überbewegungen auftreten, die eine zusätzliche medikamentöse Anpassung erforderlich machen.
Die Inhalte (Stand 09/2025) dienen der allgemeinen Information, erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beratung. Nehmen Sie Medikamente nur nach Verordnung ein und setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Bei akuten Beschwerden oder Warnzeichen wenden Sie sich bitte umgehend an ärztliche Hilfe.