NEUROLOGIE MIT HERZ
Modern. Ganzheitlich. Einfühlsam.

Erhöhte Blutfette gelten als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dabei unterscheidet man im Wesentlichen zwei große Gruppen von Medikamenten: Cholesterinsenker und Fettsenker. Beide verfolgen das Ziel, das Risiko für Gefäßschäden zu verringern, setzen aber an unterschiedlichen Stoffwechselwegen an.

Die Cholesterinsenker – zu denen vor allem die Statine zählen – wirken gezielt auf den Cholesterinstoffwechsel. Sie senken in erster Linie das sogenannte „schlechte“ LDL-Cholesterin, das sich in den Gefäßwänden ablagern und dort zu gefährlichen Plaques führen kann. Statine sind in vielen Leitlinien die Medikamente der ersten Wahl, weil sie sehr wirksam sind und in großen Studien gezeigt haben, dass sie Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern können. Sie eignen sich vor allem für Patienten mit erhöhtem LDL-Cholesterin, unabhängig davon, ob bereits eine Gefäßerkrankung besteht oder nicht.

Die Fettsenker im engeren Sinn, wie Fibrate oder Omega-3-Fettsäuren, haben ihren Schwerpunkt eher bei der Senkung der Triglyceride, also der Blutfette, die vor allem durch die Ernährung beeinflusst werden. Sie kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Triglyceridwerte sehr hoch sind und damit ein Risiko für Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder zusätzliche Gefäßschäden besteht. In manchen Fällen werden sie auch ergänzend zu Statinen gegeben, wenn trotz guter Cholesterinwerte die Triglyceride auffällig hoch bleiben.

Zusammengefasst gilt: Statine und andere Cholesterinsenker sind die wichtigste Basistherapie, wenn es darum geht, Herz und Gefäße langfristig zu schützen. Fettsenker spielen vor allem dann eine Rolle, wenn die Triglyceride im Vordergrund stehen oder wenn trotz Statintherapie noch ein zusätzlicher Schutz notwendig ist. Damit lässt sich die Behandlung individuell an das jeweilige Risikoprofil anpassen.